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....und hier noch eine poetische Hoffnungsgeschichte - vielen Dank Christine!

 

 

Traum-Wolken

Christine Köpcke, im Mai 2020


Es ist ein frischer heller Tag, ich sitze in meinem Garten und schaue in den blauen Himmel mit seinen unzähligen weißen Wolken. Ich suche mir eine aus. Ja, das ist meine. Eine feste bauschige Mitte, die Ränder durchscheinend und sehr beweglich. Durch die ständige sanfte Bewegung verändert sie sich unaufhörlich.


So ist es: mein Leben. Niemals wieder wird es so sein wie gerade jetzt. Das Gestern wird nicht noch einmal wiederholt, auch Teile davon nicht. Und das Morgen kann ich mir aus meinen Wünschen erschaffen, ganz sicher wird es aber anders werden.


Es klingelt an der Wohnungstür, unerwartet so früh am Morgen, ich öffne ahnungslos. Vor mir steht:  der Traum. Er fragt nach dem Weg.

Wir schauen uns schweigend an – sein Weg endet hier, hier bei mir …..Lächelnd schenkt er mir ein Füllhorn voller Hoffnung und Zuversicht.

Die Wolke zeigt sich in strahlendem Weiß, ihre Ränder kräuseln sich zärtlich. Ganz lange zieht sie so friedlich dahin.


Eine leichte Brise treibt ein paar bizarre Wolken am Horizont vorbei, die dort zu einem grauen Brei zusammenfließen.

 

Meine Wolke bewegt sich etwas schneller. Sie ist stabil, aber an den Rändern bröckeln kleine Teilchen ab, sie werden blasser und verschwinden in der Ferne. Die Dächer der Nachbargebäude verdecken den Weg meiner Wolke.


Ich suche mir eine andere, eine neue – mit den Erfahrungen von heute.